Classic Fyn Rundt

Flaute bei Fyn Rundt! Berichte des engagierten Treibens folgen.

 

Update: Die Crew der dk 46 "Tutima" berichtet von ihrem Rennen um Fyn.

 

Ein einsamer Start ohne Gedränge, viel Sonne mit Flautenlöchern, Treiben im Gegenstrom, spannende Fights um die Spitzenposition und eine schwere Endscheidung zum Schluss sind die markanten Eindrücke der diesjährigen Classic Fyn Rundt Regatta.

138 Yachten waren am Freitag, dem 3. Juni an den Start zur legendären Classic Fyn Rundt Regatta nach Kerteminde (DEN) gekommen, um eine Strecke von ca. 140 sm rund um die Insel Fünen im Uhrzeigersinn abzusegeln.

Noch am Vortag sorgte die Startgruppeneinteilung beim Frauenteam für Verwirrung, denn außer ihr hatte sich niemand für eine Wertung nach IRC gemeldet. Alle anderen Teilnehmer bevorzugten eine Wertung nach dem lokalen Danish Handicapsystem.

Eine Stunde nachdem die ersten auf die Strecke geschickt wurden, bekam die Frauencrew der Tutima also einen Start ganz exklusiv für sich ohne das übliche Gedränge an der Startlinie. Das Ziel der Crew um Skipperin Kirsten Harmstorf war klar: Wenn es schon gruppenintern keine Konkurrenz gibt, so wollen wir immerhin versuchen, uns durch das Feld bis ganz an die Spitze vorzuarbeiten. Unter Spinnaker ging es durch die Brücke am Großen Belt, westlich vorbei an Langeland zum ersten trickreichen Abschnitt der Regatta, dem engen Svendborg Sund, wo der Strom immerhin noch von achtern kam.

Erleichtert, diesen bei Helligkeit passiert zu haben, nahm die Frauencrew nun ersten Sichtkontakt zur Spitzengruppe auf. Mit diesem Ziel vor Augen kreuzten sich die Seglerinnen immer weiter nach vorne. Pünktlich zum Wachwechsel um 22 Uhr war es geschafft: Die Tutima übernahm die Führung und wurde fortan gejagt. Zur Belohnung gab es ausnahmsweise eine Runde Prosecco aus der Dose, der extra für diesen Anlass eingepackt wurde !

Im weiteren Verlauf kam es immer wieder zu Führungswechseln. Wer den besten Riecher für Windstriche und Winddreher hatte, sollte vorne liegen. Endlose Flautenlöcher zerrten an den Nerven und dann kam der Strom auch noch von vorne. Trotz 20 m Wassertiefe fiel der Anker, weil das Schiff in der Flaute begann rückwärts zu treiben. Tümmler und Seehunde sorgten bei all dem Regattafieber für eine willkommene Abwechslung.

Die nervenaufreibendste Phase stand der Tutima dann in der zweiten Nacht bevor. Bei spiegelglatter See näherte sich die Konkurrenz wieder bis auf wenige Meter, dazu schon wieder ein Gegenstrom, der an die Verhältnisse in Tidengewässern erinnerte. Als langsam die Sonne über dem Horizont aufging, tat sich noch immer kein Wind auf und wieder fiel der Anker. Eine Wetteränderung schien so bald nicht in Sicht.

Daher fiel morgens gegen 5 Uhr, keine 10 sm vom Ziel entfernt, die bittere Entscheidung, aus Zeitgründen die Regatta abzubrechen. Lange Heimreisen der Crew, Trinkwasserknappheit und die Notwendigkeit das Schiff auf das kommende Großereignis – die Big Boat Challenge – vorzubereiten, machten diese Entscheidung leider notwendig. Hätten wir jedoch Konkurrenz gehabt, dann hätte uns das wesentlich mehr Antrieb gegeben, bis zum bitteren Ende zu kämpfen.

Trotz der Enttäuschung über das Aufgeben so kurz vor dem Ziel überwiegen die positiven Eindrücke von einer gut gelaunten und motivierten Crew, die bis zum Schluss gefightet und eine gute Performance abgeliefert hat. Nicht ausgeschlossen, dass sie in einem Jahr zur Revanche antreten wird. Die Regattaleitung hat bereits jetzt beschlossen, dem Frauenteam der Tutima das Startgeld zur „Fyn Rundt 2012“ zu erstatten – als Wiedergutmachung für die „Unannehmlichkeiten“ des konkurrenzlosen Einzelstarts. Eines ist aber jetzt schon sicher: In einer Woche kommt die Frauencrew wieder.
Die Big Boat Challenge steht an!

 

www.tutima-yacht.de/

 

 

http://www.c-f-r.dk/

(bx)

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