Transatlantik 2011: Shakti Boardnachricht Nr. 01

Während ihr bald die Hälfte dieses 30.06.2011 verlebt habt, bricht bei uns an Bord der Tag gerade erst an. Um 5 Uhr früh hat die Stb. Wache um Christoph Gorms Bb. Wache abgelöst.

Unter A-2, Spistagsegel und volle Groß erlebten wir einen tollen ersten Sonnenaufgang auf See, garniert mit leckerem Boatspeed um 13 Knoten und in sicherer Leestellung zu "Varuna" doppelt schmackhaft.

Boie steht am Lenker, Jens trimmt den Kite, Christoph schraubt am Groß und Holger wird auch irgendwas tun, während ich in der Navi unter dem Cockpit diese Zeilen schreibe. Seit gestern Abend um 20 Uhr sind wir an Bord im Wachsystem. Entgegen anfänglicher Planung eines Dreier-Wachsystems mit Hagen als wachfreiem Navigator, haben wir zwei Wachen um Christoph und Gorm mit je 5 Mann Stärke gebildet. Shakti will schließlich bewegt werden und die scharfe Lady mag es gar nicht, wenn sie zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Zu 5. haben wir Sie aber auch Dank drei Tagen intensiven Trainings gut im Griff (auf Holz geklopft!)

Die Wachen sind: Stb. Wache: Christoph, Holger, Jens, Boie, und ich. Bb. Wache: Gorm, Hagen, Egon, Flo. H, Flo. A.

Nach arbeitsreicher Vorbereitung in Newport ist es ein gutes Gefühl, endlich auf See zu sein. So wich der Anspannung der vergangenen Tage schlagartig Erleichterung und Vorfreude, als wir am gesterigen Vormittag die Steganlagen der Newport Boatyard verließen.

Der zweite Start des Transatlantic-Race für die mittelgroßen IRC-Racer Klassen sowie die offene Klasse (Maltese Falcon& Gunboat) war für 1400 angesetzt, pünktlich zum Segelsetzen um 13 Uhr setzte dann auch eine kräfitge Thermik ein, umsäumt von Zuschauerbooten drehten wir unsere letzten Aufwärmmanöver vor dem Start zum Transatlantik-Rennen.

Dann, um 13.50 Uhr: Ankündigung. Die visuellen Signale an Land waren vor der bunten Kulisse aus Zuschauern und Bäumen schwer auszumachen, durchsagen über Funk kamen entweder nicht oder wurden von uns nicht wahrgenommen, wie auch immer, to make a long story short: Aus dem ursprünglichen Plan, uns defensiv am Start zu verhalten wurde nichts. Mit einer falschen Zeit gingen wir eine Minute zu früh an der bevorteilten Luvseite über die Linie. Dank geistesgegenwärtigen Handelns der gesamten Crew aber vollem Christophs bemerkten wir den Fehler umgehend - Hard Tack! Boot nach Luv umschmeißen, Round the Ends und wieder einreihen. Hoffentlich ist da eine Lücke! Christoph riss Shakti hart rum.

"Tacking! Abfallen!"

"Aufmachen! Halse! Volle Höhe!"

Wir erwischen eine sich auftuende Lücke und finden uns Sekunden vor dem Start erneut als luvwärtigstes Boot an der Linie wieder. Go! Go! Go! Mit einer kraftvollen Ker 50 in Lee zählt jedes Kilo auf der Kante. "Schwer machen Jungs, full hike!"

Es gelingt uns, Höhe und Geschwindigkeit zu halten und nicht nach Lee in die Abgase der Ker durchzusacken. Durchatmen, Boot fahren lassen. Das war knapp. Der Kurs führte uns entlang des auslaufenden Fahrwassers zu einer roten Tonne, welche es an Bb. zu runden gilt, um darauf hin 90° abzufallen.

Welches Segel? Als wir abfallen, ist unsere Wahl auf die Jib-Top, ein hochgeschnittenes Reachingvorsegel welches über die Gennakerschoten gefahren wird, gefallen. Ein Blick zur Schwester Varuna, welche hinter uns in Lee liegt zeigt schnell: Wir brauchen den A-3. Als der flachgeschnittene Mast-Head reaching Gennaker kurze Zeit später steht, geht die Post ab. Unter strahlend blauem Himmel bei Wind um 20 Knoten loggen wir 15, 16, 17 Knoten, yeehaa, so kann es bleiben.

Um so langsam zum Ende zu kommen: Aufregender Start für ein aufregendes Rennnen. Nach der ersten Nacht liegt Varuna in Sichtweite, die Stimmung an Bord ist gut, gestern Abend gab es lecker "Kartoffel-Irgendwas mit scharf" und ich will mal zusehen, dass ich gleich ein Müsli in die Finger bekommen. Oder ne, Milchreis, das wär's!

Melden uns später wieder,

Zeit im Rennen: 17 Stunden

Windspeed: Um 15 Kts

Boatspeed: 10- 15 Knoten

Beseglung: Groß, A-2, Spi-Staysail

Boardzeit: 07:30

(bx)

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