Flensburg im Herbst. Eine Rückschau.

Kaum ein Event im deutschen Regattakalender kann auf eine so große Tradition zurückblicken, wie die Flensburger Fördewoche des ausrichtenden Flensburger Segel- Clubs. Mit einer bunten Mischung aus anspruchsvollen Up& Downs und abwechslungsreichen Mittelstrecken bietet die Flensburger Förde alljährlich zum Herbst Segelsport. Von Sportbooten über Kielschiffe bis hin zu spektakulären Offshore- Racern. Im Herbst zieht es sie alle nach Flensburg.

Und das in diesem Jahr bereits zu 101. mal. Grund genug, an dieser Stelle einen kurzen Blick zurück auf die Highlights der diesjährigen Fördewoche zu werfen. Donnerstag, 15.09., „hanseboot cup“. Traditionelle Mittelstrecke heraus der Förde, durch die Sonderburger Bucht und zurück. 40 anspruchsvolle, abwechslungsreiche Seemeilen. Der frische Westwind verlangte den teilnehmenden Crews sowohl taktisch, als auch seemännisch einiges ab, bei Böen mit bis zu 33 Knoten wurde jedoch auch das Material auf eine harte Probe gestellt.

 

Einige Spis mussten dran glauben, entsprechend spektakulär die Segelei, entsprechend fordernd die Kreuz zurück. Alles in Allem bei einem herbstlichen Mix aus Sonne und Regenschauern jedoch ein Segeltag, wie er typischer für eine Flensburger Fördewoche nicht sein könnte. Ein Blick auf die Fotosvon Hajo Andresen sei an dieser Stelle jedem ans Herz gelegt!

 

 

Am Freitag dann das genaue Gegenteil: Viel Sonne, milde Temperaturen und, wie leider so oft an solchen Tagen: Kein Wind. Trotzdem, der FSC hatte zum Segeln geladen und somit wurde ein kleiner Kurs in der Innenförde ausgelegt. Bei minimaler Brise konnte tatsächlich ein taktisch anspruchsvolles, nervenaufreibend ruhiges Rennen gesegelt werden, welches viel Gespür erforderte. Es war schön zu sehen, dass sich die Wettfahrtleitung entgegen aller Trends, all zu schnell AP zu ziehen, eine Wettfahrt segeln lies.

Als es Samstag um die Verteilung Bänder gehen sollte, fanden die teilnehmenden Crews wieder bestes Segelwetter vor: Winde um die 12 Knoten, langsam rechtdrehend, das alles in durch kühles Herbstlicht gemaltem Ambiente. Als taktisch knifflig erwies sich erneut die Abdeckung durch die deutsche Küste in der Außenförde: Der Wind hatte gedreht, auf einer langen Kreuz aus der Flensburger Förde galt es auf Grund einer kräftigen Windschere bei langem backbord Bug die rechte Seite für sich zu gewinnen, um deutlich mehr Höhe anliegen zu können.

Auf dem Rückweg von Sonderburg dann ein ähnlich anspruchsvolles Spiel: Der Wind hatte begonnen abzunehmen, erneut war es die deutsche Küste, welche es mit Vorsicht zu genießen galt: bei zunehmend löchrigen Bedingungen galt es, unter Spi nicht den Druck und somit den Anschluss zum Feld zu verlieren. Hier waren Yachten mit großen asymmetrischen Vorsegeln deutlich im Vorteil. Doch so ist das eben manchmal und am Ende des Tages standen mit der Rogers 46 „Shakti“ für das Blaue, und dem One- Off „Calypso“ für das Blau- Gelbe Band zwei verdiente Sieger auf der Bühne.

Erfreulich war die Teilnahme von dänischen Yachten wie der „Tarok“ von Erick Berth, die, wie die „Shakti“ nur unter IRC meldete. Leider führte die von den Eigner lange Zeit geforderte Öffnung der Wettfahrten für weitere Handicapsysteme zu einer weitestgehenden Teilung der Flotte. Ein direkter Vergleich der durch die unterschiedlichen Systeme ermittelten, Korrigierten Ergebnisse war somit leider nicht möglich.

„Die German Offshore- Owners Association sieht sich hier in der Verantwortung“, beschreibt Volker Andreae die Situation vor Flensburg. „In Abstimmung mit den skandinavischen Eignern gilt es für die Saison 2012 Vorschläge und weitere Konzepte auszuarbeiten, um einer zunehmenden Zersplitterung der Felder trotz einer Öffnung zu alternativen Wertungen entgegen treten zu können.“

 

Ergebnisse, Fotos und weitere Informationen: FSC Homepage

 

Foto: Hajo Andresen/ FSC

 


(bx)

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