Sjambok und ihr Fastnet Race 2013

Am 11. August 2013 startete das 45. Fastnet Race unter Beteiligung einiger deutscher Segelyachten. Mythos, Ziel, Wendemarke und zumindest erreichbarer Traum in schlaflosen Nächten – das ist der Fastnet Rock für viele Segler. Wir trafen in Hamble auf die deutsche SY Sjambok, da einige unserer lieben Freunde zur Stammcrew der Sjambok gehören. Schnell war uns klar, dass es sich hier um ein Segelprojekt handelt, welches von einer Crew vorangertrieben wird, die ambitioniert, sportlich und v.a. freundschaftlich sowie unabhängig von Sponsoren ihre Freizeit gemeinschaftlich mit Regattasegeln gestaltet.

Wir baten die Crew ihre SY Sjambok sowie ihren Regattakurs von 611 Seemeilen auf der legendären Langstrecke um den berühmt-berüchtigten Felsklotz herum der GER-OO vorzustellen.

Sjambok und ihr Fastnet Race 2013
Seit 2008 segelt Sjambok vorwiegend in England. Zum einen war Southampton von Düsseldorf aus bis Ende 2012 bequem mit dem Flieger zu erreichen, zum anderen lässt das Segelmekka rund um Cowes keine Wünsche offen. Unser Projekt läuft seitdem unter dem Motto „Family & Friends“. Die meisten von uns kennen sich bereits seit vielen Jahren und verbringen auch ansonsten viel Zeit miteinander. Beste Voraussetzungen dafür, wenn sich drei-, viermal im Jahr dreizehn Menschen zu Offshorerennen treffen, um auf einer Welle zu schwimmen. Es ist ein Verstehen und Verstanden werden, wenn das Team auf ein und derselben Frequenz arbeitet und wir für Tage auf kleinstem Raum leben. Hier sind wir mit uns im Reinen, wenn es so etwas gibt. Langstrecken mit dieser Truppe sind wie ein kleines, befristetes Paradies - 600 Meilen Rennen sind trotz aller Anstrengungen und Schlafmangel „easy Living“, jedenfalls geht die Zeit auf dem Schiff aufs „Vorratskonto“ – für die härteren Zeiten, die kommen, wenn es danach wieder geschäftlich wird. Vermutlich beschreibt das die Stimmung an Bord und den Reiz dabei zu sein am nächsten. Zum Schiff: Sjambok ist eine IRC optimierte 1D48 von Reichel Pugh. Die Stärken des Schiffes liegen in seiner Zuverlässigkeit, Stabilität und den hervorragenden Allround-Eigenschaften auf langen Distanzen. Up&Down Rennen liegen dem Boot konstruktions- bzw. ratingbedingt eher weniger.

Fastnet 2013:
Gerade in diesem Jahr haben wir uns mit der Vorbereitung für das Fastnet besonders viel Mühe gegeben. Mit günstigerem Rating, zum Teil neue Segel, motivierter Crew und einem 4ten über Alles im Sack beim zweit größten Rennen in England. Gerade dieses Myth of Malham Race von Cowes entlang der Küste bis Plymouth und zurück ist ein guter Indikator, wer in IRC 1 und IRC 0 beim Saisonhöhepunkt vorne fahren wird.

Bei den üblich vorherrschenden SW-Bedingungen lief im Mai noch alles wie am Schnürchen. Zum Fastnet sind wir rechtzeitig in Hamble angereist. Ja keinen unnötigen Stress vor dem Rennen. Routinevorbereitung, Restarbeiten fürs Büro, Wetter checken und abends ein paar Pint im Pub und Quatsch reden. Soweit so gut. Mit anrückendem Starttermin war klar, dass die Wettervorhersage eher Schiffe mit einem Rating unter 1,17 bevorzugen wird. Es sollte ein Race für die langsameren Schiffe werden – und bereits bei Lands End war klar, dass wir vorne nicht mehr mitmischen werden können. Bis dahin segelten wir jedenfalls ein sauberes taktisches Rennen, nicht zu aggressiv, guter Speed und die Spielkameraden unseres Ratings unter Kontrolle. Seit Jahren hecheln wir unseren Freunden auf der schnelleren Tonnerre hinterher, und ein weiteres Mal lagen die Holländer nach 300 Meilen Upwind an der Pantaenius Buoy verrechnet knapp hinter uns. Die Stimmung war entsprechend gut – gepfiffen auf den 50. overall, solange sich Tonnerre in Schlagdistanz befindet. Das änderte sich rasch, denn der Reach zu den Inseln war recht eng. Wir verpassten die richtige Segelkombination und merkten in der pechschwarzen Nacht nicht, dass uns alle um die Ohren fuhren. Im Morgengrauen erst zogen wir den Code 0 – endlich 13-15 Knoten auf dem Tacho, leider aber viel zu spät. Nach den Scilly Islands waren wir bereits schachmatt und Tonnerre 20 nm weg. So matchten wir mit den 3 Ker 40 nach Plymouth und bekamen als Geschenk den wahrscheinlich spektakulärsten Zieleinlauf mit einem grandiosen Feuerwerk. Unseren Dank an Janet vom King & Queen mit unseren klapprigen Bus nach Plymouth zu kommen, um mit uns zu feiern. Im Rückblick war es ein tolles Rennen mit sehr guten Spirit, viel Spaß und leider einem Blackout in der Nacht vom Rock zurück.

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